Ab Mitte Mai wird es 20-30% teurer. Seit Januar 2026 hat es bereits enorme Preissteigerungen für den gewerblichen Handel gegeben. Der Altbestand ist weitestgehend aufgebraucht und die teuer eingekaufte Ware erreicht nach und nach Deutschland. Wir erklären warum, und vor allem weshalb es nicht mehr nach unten gehen wird!
Warum Solarmodule und Balkonkraftwerke 2026 teurer werden
April 2026 – MyVoltaics Redaktion
Ein Erklärartikel für alle, die jetzt kaufen – oder kurz davor stehen
Jahrelang kannten die Preise für Solarmodule nur eine Richtung: nach unten. Wer sich 2024 oder Anfang 2025 ein Balkonkraftwerk oder eine Dachanlage zugelegt hat, hat echte Schnäppchenpreise mitgenommen. Diese Phase ist vorbei. Seit Jahresbeginn 2026 kletterten die Preise je nach Modulklasse um 14 bis sogar 25 Prozent – und im April stiegen sie im Durchschnitt nochmals um 5,5 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Was steckt dahinter? Nicht ein einzelner Auslöser, sondern mindestens drei Entwicklungen, die gleichzeitig wirken.
Grund 1: China dreht den Subventionshahn zu
Der mit Abstand wichtigste Faktor kommt aus Fernost. Fast 90 Prozent der Solarpaneele in Deutschland stammen aus China. Jahrelang hat die chinesische Regierung ihren Herstellern sogenannte Exportsteuererstattungen gewährt – eine Subvention, die es chinesischen Firmen ermöglichte, ihre Module im Ausland zu Preisen anzubieten, die weit unter den tatsächlichen Produktionskosten lagen.
Diese Vergünstigungen wurden zum 1. April 2026 vollständig abgeschafft. Bereits im Dezember 2025 war die Rückerstattungsquote von 13 auf 9 Prozent gesunken – jetzt ist sie auf null.
Das Ergebnis ist direkt spürbar: Jannik Schall, Produktchef beim Energieanbieter 1KOMMA5°, rechnet allein durch diesen Faktor mit einem Modulpreisanstieg von rund zehn Prozent. Für Batteriespeicher gilt eine Übergangsregelung: Hier sinkt der Rabattsatz bis Ende 2026 zunächst auf sechs Prozent, bevor er zum 1. Januar 2027 ebenfalls vollständig entfällt.
Grund 2: Rohstoffe werden teurer
Parallel dazu steigen die Kosten für die Materialien, aus denen Solarmodule gebaut werden. Silber, ein zentraler Bestandteil in der Produktion von Solarzellen, notiert auf einem Mehrjahreshoch. Auch Polysilizium, der Grundstoff für Solarmodule, ist im Preis gestiegen.
Aluminium, vor allem für den Rahmen der Module wichtig, kostet derzeit rund 26 Prozent mehr als noch im Oktober 2025. Polysilizium selbst kostet noch immer gut 37 Prozent mehr als im Sommer des Vorjahres.
Grund 3: Der Preiskampf unter Herstellern ist vorbei
Ein weniger offensichtlicher, aber strukturell wichtiger Grund: Die Phase des aggressiven Preisdumpings, in der chinesische Anbieter um Marktanteile kämpften, ist weitgehend vorbei.
Die Devise in China lautet seit Anfang 2026: kein selbstzerstörerischer Preiskampf mehr durch Überproduktion. Viele Hersteller haben ältere Produktionslinien eingemottet, anstatt sie auf neueste Technik umzurüsten. Module kommen nur noch auf Bestellung – die Zeit, in der Ware containerweise in Rotterdam auf Käufer wartete, ist vorbei.
Das bedeutet: weniger Angebot bei gleichzeitig wachsender Nachfrage – eine klassische Preistreiber-Kombination.
Was das konkret bedeutet
Bis zum Herbst 2026 wird mit einem Preisanstieg von 15 bis 20 Prozent gerechnet. Ein Balkonkraftwerk wird ab ca. Mitte Mai dann realistisch 100 bis 190 Euro mehr kosten als heute. Insbesondere da dann allmälich der Altbestand aufgebraucht ist.
Für größere Dachanlagen sieht es ähnlich aus: Die Industrie rechnet bei Solarmodulen, Stromspeichern und anderen elektronischen Komponenten insgesamt mit spürbaren Zusatzkosten von 15 bis 20 Prozent bei einzelnen Komponenten.
Lohnt sich trotzdem ein Kauf?
Ja – und zwar aus einem einfachen Grund: Bei einem Strompreis von 38 bis 42 Cent pro Kilowattstunde kann ein Balkonkraftwerk erhebliche Einsparungen erzielen. Bei einem Eigenverbrauch von 2.000 kWh jährlich spart man zwischen 640 und 800 Euro – die Anlage amortisiert sich oft schon nach 2,5 bis 3 Jahren. Höhere Anschaffungskosten verlängern diese Spanne, heben aber die Rentabilität auf lange Sicht nicht auf.
Laut Bundesverband des Solarhandwerks könnte der Preisanstieg bei schlüsselfertigen Anlagen bei rund 10 Prozent liegen – wer früh kauft, kommt günstiger weg.
Fazit
Der Preisanstieg bei Solarmodulen und Balkonkraftwerken ist kein vorübergehendes Zucken, sondern ein struktureller Richtungswechsel. Deutschland hat über Jahre von günstigen Importpreisen profitiert – und dabei eine Importabhängigkeit von über 88 Prozent im Modulbereich aufgebaut. Jetzt, da China seine Subventionen zurückzieht und gleichzeitig die Rohstoffpreise anziehen, wird diese Abhängigkeit spürbar.
Wer Balkonkraftwerke auf dem Schirm hat, sollte das in seine Kaufentscheidung einbeziehen – nicht als Panikmache, sondern als sachliche Grundlage. Hier gehts zur Auswahl unserer Premium Sets.